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Über die Entstehung der Chinesischen Medizin

Aus dem knapp 2500 Jahre alten Klassiker der Chinesischen Medizin.

Immer wieder schön zu lesen – auch wenn sich bis heute viele Dinge geändert haben und man sicher nicht alles aus der damaligen Zeit in die Gegenwart übertragen kann – die dort beschriebenen Therapieformen werden immer noch verwendet.

Der Berater (Qi Bo) erklärt seinem Kaiser (Huang Di) die Entstehung der verschiedenen damals bekannten Therapieformen.

Huangdi Neijing – Klassiker des gelben Kaisers zur Inneren Medizin (ca.100-400 v. Chr.).

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Von den verschiedenen Therapieformen und den richtigen Verschreibungen

Der Gelbe Kaiser fragte:

“ Wie ist es, wenn die Ärzte Krankheiten behandeln?

Behandeln sie jede Krankheit anders und auf ihre jeweils eigene Weise?

Und können denn alle diese Krankheiten auch tatsächlich geheilt werden?“

Qi Bo antwortete:

„Ja, alle diese Krankheiten können geheilt werden, wenn man die geophysikalischen Gegebenheiten der jeweiligen Gegend berücksichtigt, in der sie auftreten.

Alles, was im Anfang war und erschaffen wurde, kommt aus dem Osten.

Fisch und Salz sind von den Wassern und Ozeanen und den Ufern der Gewässer gemacht worden. Die Leute des Ostens leben von Fisch und Salz, ihr Leben verläuft in ruhigen Bahnen und ihre Essen sind sehr schmackhaft. Der Verzehr von Fisch bringt brennenden Durst mit sich und der Verzehr von (zu viel) Salz beeinträchtigt das Blut.

Darum haben die Leute dieser Gegend auch alle eine dunkle Gesichtsfarbe und leben leichtsinnig und bedenkenlos vor sich hin. Ihre (typischen) Krankheiten, unter denen sie leiden, sind Geschwüre, die am besten mit einer Akupunkturnadel aus Stein behandelt werden.

So kommt es, dass die Akupunkturbehandlung mit einer Nadel aus Stein aus der Region des Ostens stammt.

Wertvolles Metall und Jade stammen aus dem Westen.

Die Behausungen der Leute sind aus Kiesel und Sandstein errichtet. Die Natur bringt gute Ernten hervor. Die Leute dieser Gegend leben im Gebirge, und wegen der starken Winde, des Wassers und des Bodens trotzen sie Wind und Wetter und sind in ihrem Wesen energisch veranlagt. Die Kleidung dieser Leute besteht aus derbem Wollstoff oder derben Matten. Ihre Ernährung ist gut und so ausgewogen, dass die Bevölkerung an Zahl zunimmt und blühendes Leben hervorbringt.

So können auch krankmachende Einflüsse auf das Körperäußere keinen Einfluss nehmen, und wenn sie denn schon krank werden, so sind dies Krankheiten, die das Körperinnere betreffen.

Solche Krankheiten sind am besten mit Giftmedizin zu behandeln.

So kommt es, dass die Behandlung mit Giftmedizin aus der Region des Westens stammt.

Im Norden wird gespart und gelagert.

Das Land ist gebirgig, das von eiskalten Winden durchstreift wird sowie von Frost und Eis heimgesucht wird. Die Leute dieser Region ziehen ein Leben in der Wildnis vor und leben von den Milchprodukten und Tieren. Die äußerst starke Kälte, die hier herrscht, führt zu vielen verschiedenen Krankheiten.

Diese Krankheiten kann man am besten mit der Methode mit dem Abbrennen von Substanzen der Beifußpflanze behandelt werden (Moxibustion, d. Üb.).

So kommt es, dass die Behandlungsmethode der Moxibustion aus der Gegend des Nordens stammt.

Ernährung und Wachstum kommen aus dem Süden.

Die Sonne ermöglicht in dieser Gegend ein reichhaltiges und nahrungsreiches Leben. Der Boden ist zwar mit Grundwasser gefüllt, doch gibt die Erde nicht viel her, die ihrerseits jedoch Tau und Dunst in sich aufnimmt, wodurch das Austrocknen der Erde vermieden werden kann. Die Leute des Südens ernähren sich von Nahrung mit saurem Geschmack und von Sojabohnenquark. Ihrem Wesen nach sind sie zurückhaltend und sanftmütig und lieben rote Farben.

Die für die Leute dieser Gegend typischen Krankheiten sind verkrümmte und kontrahierte Muskeln und Gefühlsstarre.

Derartige Erkrankungen sind am besten mit feinen Akupunkturnadeln zu behandeln.

So kommt es, dass die Behandlung mit den neun Akupunkturnadeln aus der Region des Südens stammt.

Die Gegend der Mitte, des Zentrums, ist eben und feucht.

Alles, was innerhalb und durch das Universum erschaffen ist, ist schließlich im Zentrum anzutreffen und wird von der Erde aufgenommen. Die Leute dieser Gegend nehmen eine sehr variantenreiche Nahrung zu sich, und daher müssen sie sich auch nicht so abplagen.

Sie leiden an den verschiedensten Krankheiten, die von vollständiger Lähmung bis hin zu Schüttelfrost und Fieber reichen.

Derartige Erkrankungen lassen sich am besten durch Atemübungen, Massage der Haut und des ganzen Körpers und Übungen mit der Hand und den Beinen heilen.

So kommt es, dass die Behandlung durch Atemübungen, Massage sowie den Übungen mit den Gliedern aus der Region der Mitte, die das Zentrum ist, stammt.

Nun haben die alten Weisen diese verschiedenen Behandlungsmethoden zu einem Ganzen zusammengeführt und vereint, um somit dem Erkrankten die ihm jeweils gemäße Therapie zukommen lassen zu können. Die mit diesen Therapien erreichten Behandlungsergebnisse waren so außergewöhnlich und so klar auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmt, dass in allen Fällen eine Heilung der Krankheit erreicht wurde.

Auf diese Weise wurden die jeweiligen Umstände und erforderlichen therapeutischen Vorgehensweisen festgestellt und so entstand denn schließlich auch die Heilkunde.“

Nach der wohl besten deutschsprachigen Übersetzung von:

Quelle: Der Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin – Teil 1 Suwen (Einfache Fragen) – Viertes Buch – Kapitel 12 – (große Studienausgabe) – Prof. Dr. Muhammad Wolfgang G.A. Schmidt

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Praxis für Akupunktur  - TCM
Bernd Philipp  -  Heilpraktiker

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